Psychotherapie für Männer in Wien

In meiner Praxis sitzen regelmäßig Männer, die einen langen Weg hinter sich haben, bevor sie hier ankommen. Alle haben vorher lange versucht, es irgendwie alleine zu regeln. Mit Sport, mit Arbeit, mit sozialem Rückzug. Manche kommen nach einer Trennung, andere nach einem Zusammenbruch, wieder andere, weil sie seit Jahren das Gefühl haben, nur noch zu funktionieren, aber sich nicht mehr zu spüren.

Dass das so ist, hat nur wenig mit individuellem Versagen zu tun und viel mit “männlicher” Sozialisation. Männer lernen früh, dass Verletzlichkeit kein erstrebenswerter Zustand ist. Dass man Probleme mit sich selbst ausmacht. Dass Gefühle etwas sind, das man im Griff haben sollte.

In meiner Arbeit geht es darum, diese Muster sichtbar zu machen, um zu verstehen, woher sie kommen und wo sie uns Männern im Weg stehen. Es geht um ganz konkrete Fragen: Warum kann ich meiner Partnerin / meinem Partner nicht sagen, was ich brauche? Warum reagiere ich mit Wut, wenn ich eigentlich traurig bin? Warum fällt es mir so schwer, Hilfe anzunehmen? Wie kann ich meine Bedürfnisse erkennen und kommunizieren?

Mit welchen Themen Männer in Psychotherapie kommen:

Die Themen sind so unterschiedlich wie die Männer selbst. Gleichzeitig gibt es Muster, die mir in meiner Arbeit immer wieder begegnen. Schwierigkeiten, Gefühle überhaupt wahrzunehmen oder in Worte zu fassen. Das Gefühl, als Mann bestimmten Erwartungen entsprechen zu müssen und gleichzeitig nie ganz zu genügen. Konflikte in der Partnerschaft, in denen Sprachlosigkeit eine zentrale Rolle spielt. Einsamkeit, obwohl man von Menschen umgeben ist. Oder Erschöpfung, die sich hinter hoher Leistungsbereitschaft versteckt und von außen lange nicht sichtbar ist.

Viele dieser Themen hängen mit Männlichkeitsbildern zusammen, die wir verinnerlicht haben, oft ohne es zu bemerken.

Mein Zugang und Verständnis von Männlichkeit:

Ich bin kein Therapeut, der Ihnen erklärt, wie Sie als Mann zu sein haben oder was Sie zu tun haben. Ich bin mir auch sicher, dass dies das Letzte wäre, was helfen würde. Mein Zugang kommt aus zwei Richtungen: Einerseits aus der therapeutischen Arbeit mit Männern, andererseits aus einer intensiven fachlichen Auseinandersetzung mit Männlichkeitsforschung. Ich kenne einige Theorien, aber ich kenne vor allem die Geschichten, die Männer in der Praxis erzählen. Und ich weiß, dass es für viele Männer schon ein riesiger Schritt ist, überhaupt in einer Praxis zu sitzen. Das verdient Respekt, nicht Belehrung.

Mein Angebot richtet sich an Männer aller Altersstufen, sexueller Orientierung und Herkunft. Ob es um eine akute Krise geht, um eine längere Auseinandersetzung mit sich selbst oder um die Frage, wie man als Mann heute leben will.

Was als toxische Männlichkeit bezeichnet wird, ist kein persönlicher Defekt, sondern ein gesellschaftlich erlerntes Muster. Es engt Männer ein und schadet ihnen ebenso wie ihrem Umfeld. Mir geht es nicht darum, Männlichkeit zu optimieren oder abzuschaffen. Ich will Männlichkeit erweitern. Für mich ist klar: Es gibt viele Weisen ein Mann zu sein.

Einzeltherapie für Männer

In der Einzeltherapie entsteht ein Raum, in dem nichts geleistet werden muss. Mein Ansatz ist ressourcenorientiert und systemisch. Es geht weniger darum, ein Problem wegzumachen, als darum, die eigenen Muster zu verstehen: woher sie kommen und wozu sie einmal gut waren. Daraus entsteht Spielraum, Dinge anders zu tun. Die Beziehung zwischen uns ist dabei das eigentliche Arbeitsmittel: ehrlich und aufrichtig, auf Augenhöhe, frei von Bewertung. Hier finden Sie Informationen zur Terminvereinbarung.

Männergruppe:

Neben der Einzeltherapie biete ich eine laufende Männergruppe in Wien an. In der Gruppe wird erfahrbar, was im Einzelkontakt manchmal abstrakt bleibt: dass man mit vielen Herausforderungen nicht allein ist. Männer erleben hier, wie es sich anfühlt, offen zu sprechen und gehört zu werden, ohne sich rechtfertigen oder behaupten zu müssen. Die Männergruppe ist ein Ort für für gemeinsames Nachdenken, für Resonanz und für die Erfahrung, dass Verletzlichkeit unter Männern möglich ist. Mehr dazu finden Sie hier.

Keynotes & Seminare:

Das Thema Männlichkeit begleitet mich nicht nur in der Praxis, sondern auch in Lehrveranstaltungen, bei Vorträgen und in der Arbeit mit Unternehmen. Wenn Sie sich für eine Keynote, einen Workshop oder ein Seminar zu Männlichkeit und Geschlechterrollen interessieren, finden Sie hier mehr Informationen.